Greyhound George
 Greyhound George

Driving The Back Roads (2012)

Greyhound George & The Blues Drivers - Driving The Back Roads
Gibt es eine Straße, die vom Mississippi bis nach Bielefeld führt? Mit der aktuellen CD „Driving The Back Roads“ zeichnen Greyhound George & The Blues Drivers eine mögliche Reiseroute nach. Zwischen akustischem Blues und frühem Chicagoblues bewegt sich die Route, die aber auch vor Nebenstrecken und Umwegen nicht zurückschreckt, bevor sie an den Sümpfen entlang der B 61 und den Baumwollfeldern des örtlichen H&M ankommt. „Baby What You Want Me To Do“, fragt Greyhound George programmatisch zu Beginn des Albums. Doch eigentlich lässt er einem kaum eine Wahl, als ihn auf seiner Tourdurch die Bluesgeschichte aufmerksam zu begleiten. Von Jimmy Reed, Big Walter und Muddy Waters zurück zu Robert Johnson und Mississippi Fred McDowell geht die Tour, schwenkt kurz ab in die Gefilde von Amy Winehouse, um dann doch in Deutschland anzukommen. Und hier werden die Back Roads für mich am interessantesten. Greyhound George (Jürgen Schildmann) ist ein witziger und angenehmer Geschichtenerzähler. Seine Songs widmen sich den großen Bluesthemen wie dem Unterwegssein, der Liebe und dem Alkohol ebenso wie dem Leben in der Kleinstadt, dem Umgang mit dem Geld oder den Gang zum Psychologen. Und dass er die Baumwollpflücker letztlich bei den „Fashion Girls“ im H&M findet, ist infach nur großartig ... George ist an Gitarren (akustisch aber auf diesem Album hauptsächlich elektrisch), und Mandoline und Bluesharp gleichermaßen versiert wie er als einschmeichelnder Sänger Eindruck hinterlässt. Und seine Driver (Heidi Schildmann - bg und Andy Grünert - mharm) liefern das Fundament für seine Geschichten und setzen eigene Akzente (sehr schön, wie Grünert Big Walters fantastisches Instrumental „Easy“ zelebriert - da traut sich nun wirklich nicht jeder ran. Und das völlig zu Recht.) Für „Back Roads“ wurde das Trio zeitweise noch um den Hammondsound von Helmut Sprick und Schlagzeuger / Percussionist Wolfgang Mientus erweitert. Herausgekommen ist ein unaufdringliches und ruhiges aber faszinierendes Album. Die Verbindung zwischen dem Mississippi und Bielefeld haben sie gefunden. Sollte damit endgültig die Existenz von Bielefeld bewiesen worden sein? (Rockwerk Records)
Raimund Nitzsche, Wasser-Prawda, 5/ 2012

 

 

Der Deutsche Slide-Gitarrist Greyhound George wurde auf diesen Seiten schon mit seiner Solo-Aufnahme besprochen, nun ist er mit einer Neuerscheinung an die Öffentlichkeit getreten, in der er seinen sozusagen die Reise vom Delta nach Chicago nachvollzieht, denn gemeinsam mit Harp-Spieler Andy «The Alligator» Grünert spielt Greyhound George hier eine elektrische Slide-Gitarre, was seinem Sound sehr gut tut, weil es weitere Facetten zeigt. Das Zusammenspiel mit der Bluesharp ist gut etabliert, die beiden Protagonisten verstehen sich blind, und der sanftere, etwas weniger erdige Sound der E-Gitarre nimmt etwas von der rootsigen Erdigkeit des akustischen Slide-Spiels.
Die CD von Grünert und George ist schnell, hat viel Drive und bringt eine Ungeduld zum Ausdruck, die auch in alten Chicago-Aufnahmen zum Ausdruck kommt. Der Sound ist im Vergleich zum Solo-Album urbaner, schneller, weniger die Country-Gemütlichkeit der Delta-Blueser. Greyhound George vollzieht diese Veränderung in seinem Spiel nach und so ist diese CD authentischer Chicago-Blues der ersten Stunde, indem es authentischer Country-Blues ist, der elektrisch gespielt wird. Die Harp von Grünert kann mit den Vorbildern wie Little Walter oder Sonny Boy durchaus mithalten, da kommt reiner Vintage-Sound aus den Lautsprechern. Einfach nur wunderbar.
Die Songauswahl ist ein Mix aus Klassikern und eigenen Nummern, insgesamt 16 Titel. Von Chicago-Klassikern wie Baby What You Want Me To Do oderShake 'Em On Down über Eigenkompositionen wie Beer oder Boogie 5.3 zu eine Cover von Amy Whinehouses unsterblichem Rehab (Wo eine Orgel zu hören ist). Wenn es etwas auszusetzen gibt an dieser CD, dann ist das der mitunter sehr deutliche Deutsche Akzent, an den man sich allerdings gut gewöhnt und der später keine Rolle mehr spielt. Der letzte Titel I Can’t Be Satisfied wird etwas sonderbar ausgeblendet, aber das ist Kritik an Details, und die CD ist im Eigenverlag erschienen, und dafür sind die Aufnahmen grosse Klasse.

Bluesnews.ch

 

 

Blues, gut abgehangen - Greyhound George
Modern old school Blues”, nennt Greyhound George alias Jürgen Schildmann die spezielle Spielart des von ihm präferierten Blues. Es bezeichnet die Nahtstelle, an der der rein akustische Country-Blues erste elektrische Instrumente aufnimmt, ohne allerdings wie der voll elektrifizierte Chicago-Blues zu klingen. Prägendes Instrument ist die Resonatorgitarre mit ihrem Metall-Korpus, die wie eine Slidegitarre gespielt wird. Neben Schildmann, dem virtuosen Multiinstrumentalisten und bewährten Haudegen der Bielefelder Musikszene, bilden seine Frau Heidi, die eine sehr solide Bass-Grundierung liefert und der mit allen Blues-Wassern gewaschene Mundharmonika-Spieler Andy Grünert das Line-Up des Trios. Manchmal wird es durch versierte Mitmusiker an der Hammondorgel und an den Drums ergänzt. Zum Beispiel auch auf der neuen CD „Driving The Back Roads“, einer brillanten Songsammlung, in der Schildmanns Eigenkompositionen mühelos neben kompetent gecoverten Bluesklassikern von Robert Johnson und Muddy Waters bestehen können. Und an der besonders schönen Coverversion von Amy Winehouses „Rehab“ lässt sich exzellent hören, wie viel Blues die viel zu früh verstorbene Sängerin im Blut hatte. (Hellmuth Opitz)

" Der Bielefelder" September 2012

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