Greyhound George
 Greyhound George

Cleaning Up (2014)

Rauer Blues mit Feingefühl

Der Bielefelder Roots-Blueser Greyhound George legt mit Cleaning Up sein viertes Album vor. Wie auf den früheren Scheiben Delta Dog (2008), All You Can Eat (2010) und Driving the Back Roads (2012) spielt er Blues Solo-Gitarre und singt dazu. Gefühlvoll unterstützt von Andy «The Alligator» Grünert an der Bluesharp legt der Picker und Slide-GitarristGreyhound George eine einstündige Sammlung ins CD-Fach, die besten Roots-Blues enthält, gut gesungen und mit viel Spielwitz. Mit Cleaning Up erfolgt beim Bielefelder eine Rückkehr zum akustischen Sound, nachdem er 2012 ein weitgehend elektrisches Album veröffentlicht hatte. Er ist sozusagen von den Back Roads wieder auf die Hauptstrasse seines musikalischen Stils zurückgekehrt. Greyhound George war stets ein hervorragender Gitarrist, aber seine Ansichten zu den Noten, die man nicht spielen sollte, scheinen zusätzlich gereift. Das neue Album atmet die akustische Musik, die der Deutsche mit einer bewundernswerten Leichtigkeit ausreizt. Erinnerungen an Ry Cooder drängen sich auf beim Anhören von Cleaning Up. Hier spielt einer rauhe Country-Bluesklänge mit grosser Fertigkeit und unter Beachtung der vielen kleinen Dinge.

Greyhound George behält seinen Rhythmus bei, alle zwei Jahre ein Album zu veröffentlichen, aber die neue CD Cleaning Up dokumentiert eine musikalische Reife, die mehr ist als Virtuosität, und die direkt in gute Unterhaltung umgesetzt wird. Das Album scheint auch die musikalische Partnerschaft zwischen dem Headliner und Andy «The Alligator» Grünertzu belegen, der seinerseits mit den Alligators Erfolge feierte. Das Zusammenspiel zwischen Gitarre und Harp hängt auch von der Beziehung zwischen den beiden Musikern ab, undGeorge und Grünert harmonieren perfekt. Die Harp ist sehr zurückhaltend und unterstützend gefühlvoll, was zur feinen Gitarre passt wie ein massgeschneiderter Handschuh. Das Coverbild mit den auffälligen geschlossenen Augen widerspiegelt die Gelassenheit und Ruhe der Musik.

Dreizehn der fünfzehn Titel sind von George selbst verfasst, mit Mystery Train und dem Robert-Johnson-Titel Hellhound on my Trail sind zwei hochkarätige Coverversionen dabei. Der Titel The Queen of Saccharine spielt humorvoll mit Muddy Waters Sugar Sweet. Ein Titel zum Schmunzeln. Überhaupt bietet die CD mehr als gute Musik: gute Texte. Echtes Blueswriting made in Germany. So sind Titel wie What A Man’s Got To Do so gut wie jedes Delta-Original. Auch Good Year for the Blues ist ein prima Song, der musikalisch und textlich unter die Haut geht.

Der für den «German Blues Award» nominierte Greyhound George, der auf seiner Homepage einen Link zum Online-Voting beinhaltet, geht mit der neuen Scheibe Cleaning Up konsequent seinen Weg weiter, und dabei entsteht grossartige Musik, die im Unterschied zu vielen Bluesrock-Band eine ruhigere, fast schon besinnliche Gangart des Blues zelebriert.  Die CD ist über das Netz erhältlich, beispielsweise über Bear Family Records oder über Amazon für nicht einmal € 15. Worauf immer sich der Titel Cleaning Up beziehen mag, es scheint gut zu tun, auszumisten.

"Bluesnews"- Schweiz

 

 

Greyhound George - Cleaning Up

Es gibt Momente, wo man um einen Großputz nicht mehr herum kommt. Das hat weniger mit dem ritualisierten Frühjahrsputz oder der schwäbischen Kehrwoche zu tun. Jedenfalls nicht in den Liedern, die Greyhound George auf seinem neuen Album versammelt hat.
Es sind Lieder, vom emotionalen Aufräumen nach dem Ende einer Beziehung, vom Neuanfang und der Selbstbesinnung, die der Songwriter und Gitarrist gemeinsam mit Bluesharpspieler Andy Grünert live im Studio eingespielt hat. Selbst die Bluesklassiker sind passend zum Thema ausgewählt

Doch wer hier nur tieftraurige Melancholie erwartet, sieht sich getäuscht. Denn bei allem hat Greyhound George seinen humorvollen Blick auf Welt nicht verloren. Und gerade der macht für mich noch mehr als das variable Gitarrenspiel das Besondere an den Liedern des Bielefelders aus. Ob er über Frauen singt, die süß wie künstlicher Süßstoff sind singt, oder ohne zu sehr auf die Tränendrüsen zu drücken sein „Good Year For The Blues“ Revue passieren lässt: Das ist der alte Blues, der hier ganz in der persönlichen Gegenwart angekommen ist.

Wer akustischen Blues mag, wird an dieser Scheibe auf jeden Fall seinen Spaß haben. Alle anderen sollten zumindest mal reinhören bei einem der Konzerte, die Greyhound George im Sommer auch mal wieder in Vorpommern geben wird. Dann kommt es zur zweiten Auflage der Konzerte mit Karl Valta, auf die man schon sehr gespannt sein kann.

"Wasser-Prawda", Mai 2014

 

 

„It´s been a good year for the blues,“ singt der Bielefelder Bluesman im letzten Stück seines neuen Albums. Kenner der klassischen Blues-Philosophie schließen daraus messerscharf, dass es dann eher ein schlechtes Jahr für das Privatleben gewesen sein muss. Und Tatsache: diverse private Verwerfungen haben zu mancherlei Umstrukturierung geführt – und uns Hörern erstklassigen Stoff für neue Bluessongs beschert. „Cleaning Up“ heißt die neue Songkollektion dementsprechend. Mit anderen Worten: sein Leben aufräumen. Aber wie kann man dem Reinemachen musikalisch Beine machen? Greyhound George alias Jürgen Schildmann macht es durch Entschlackung. Ihn selbst und seinen alten Harmonica – Buddy Andy Grünert – mehr brauchte es im Studio nicht. Heruntergestrippt auf die Basic-Arrangements mit diversen exzellenten Resonator-Gitarren und den Mundharmonikas, gelingt Greyhound ein Album, das als Musterbeispiel für akustischen Blues durchgeht. Ein warmherziges, virtuoses und augenzwinkernd humorvolles Album. Ein Abräumer räumt auf-und das klingt gut!

 

Hellmuth Opitz „Der Bielefelder“, Juli 2014

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